Ampere, Volt und Watt
und warum das wichtig zu wissen ist:
Zur Einleitung und zum späteren Verständnis hier noch einmal die physikalischen Grundlagen in Kürze:
- die Stromstärke wird in A (Ampere) angegeben. Sie errechnet sich aus W : V
- Spannung wird in V (Volt) angegeben. Sie errechnet sich aus W : A
- die Leistung wird in W (Watt) angegeben. Sie errechnet sich aus V x A
Dann gibt es da noch:
- die Ah (Amperestunde). Sie gibt an, wie viel Ampere in einer Stunde geliefert oder verbraucht werden kann.
Wenn also eine 12 V-Batterie z.B. 100 Ah hat, kann rein rechnerisch ein Gerät mit 12V und 100 A Stromstärke eine Stunde lang arbeiten, bei 50 A dementsprechend zwei Stunden, 25 A vier Stunden usw.
Und dann gibt es noch:
- die Wh (Wattstunde). Sie ist die Maßeinheit für die elektrische Energie oder Arbeit. Sie gibt an, wie viel Leistung (in Watt) ein Gerät über einen bestimmten Zeitraum (in Stunden) aufnimmt oder abgibt.
Auf Powerpacks wird die Leistung oft in WH angegeben, auf Batterien meist in Ah.
Im normalen Alltag macht man sich über Strom kaum Gedanken. Er ist immer passend da, ob aus der Steckdose zu Hause, auf der Arbeit, in der Ferienwohnung, im Flieger oder der Powerbank unterwegs. Stecker rein - funktioniert !
Im Wohnmobil oder an der Stromsäule auf dem Stellplatz gibt es allerdings einiges zu beachten.
Den Strom, so wie wir ihn von zu Hause aus der Steckdose kennen, nennt man auf Camping- oder Stellplätzen und in Marinas, also Sportboothäfen, Landstrom. Daher auch der Name. Also ganz normale 220 V. Der Unterschied zu der Stromversorgung zu Hause liegt in der Höhe der Absicherung des Stellplatzes. Je höher die (Ampere) Absicherung um so stromintensivere Verbraucher können angeschlossen werden. Im Detail heißt das bei der Formel: A*V=W
- Absicherung mit 25 A bedeutetet, es können ein (oder mehrere) Gerät(e) mit einer maximalen Gesamtlast von ca. 5.500 W betrieben werden.
- Absicherung mit 16 A bedeutetet, es können ein (oder mehrere) Gerät(e) mit einer maximalen Gesamtlast von ca. 3.520 W betrieben werden.
- Absicherung mit 10 A bedeutetet, es können ein (oder mehrere) Gerät(e) mit einer maximalen Gesamtlast von ca. 2.200 W betrieben werden.
- Absicherung mit 6 A bedeutetet, es können ein (oder mehrere) Gerät(e) mit einer maximalen Gesamtlast von 1.320 W betrieben werden.
- Absicherung mit 4 A bedeutetet, es können ein (oder mehrere) Gerät(e) mit einer maximalen Gesamtlast von 880 W betrieben werden.
Warum ist dies auf dem Stellplatz so wichtig ?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie der Betreiber des Platzes die Berechnung und die Nutzung der Stromentnahme regelt. Hier die gängigsten drei Varianten:
- Pauschaltagespreis : momentan oft zwischen 3 und 5 €/Tag, die Absicherung liegt dann meist zwischen 4 und 10 Ampere, also eine max. Last von ca. 2.200 W (24 Stunden lang).
- Abrechnung nach KWh : die Absicherung (A) kann stark variieren und die KWh kostet sehr unterschiedlich. Momentan oft um 1€.
- der Strom ist im Stellplatzpreis inklusive : er variiert aber oft in der Absicherung. 4A sind aber das Minimum, also max. Last ca. 880 W (24 Stunden lang).
Zum Verständnis noch einmal: Ein Wasserkocher, der 1000 W Leistung hat, mit 220 V betrieben wird, hat eine Stromstärke von (1000W : 220V) 4,54 A. Sollte die Stromversorgung nur mit 4 A abgesichert sein, kann es schon passieren, dass die Sicherung die Leitung kappt.
Fazit:
Bei der Anschaffung bzw. Mitnahme von Elektrogeräten (Fön, Toaster, HLF, Kaffemaschine, Kochplatte...) ist es ratsam, sicherzugehen, welche Stärke (W) die Geräte haben. Mit einem Wasserkocher z.B., der max. 900 Watt verbraucht, geht man ziemlich auf Nummer sicher, dass er auch überall funktioniert, ohne dass die Sicherung kommt und man im Dunkeln sitzt. Es dauert zwar etwas länger, bis das Wasser kocht aber irgendwann kocht es. In einem stärkeren Wasserkocher bleibt das Wasser eventuell kalt.
Wichtig zu beachten ist auch die eigene Absicherung des Wohnmobils (steht auf der Hauptsicherung im Wohnmobil). Diese begrenzt schon automatisch die Leistungsfähigkeit der mitgeführten Geräte. Bei stärkeren Geräten hilft dann nur noch das Aufstellen des Gerätes außerhalb des Wohnmobils. Dazu benötigt man dann einen Verteiler, der den Strom schon vor der Einspeisung ins Wohnmobil aufteilt.
Diese Punkte klingen sicherlich anfänglich etwas umständlich. Im Laufe der Zeit werden diese aber alltäglich. Keine Angst ! Nur Wissen ist Macht ;-)
