Batteriebedarf im Wohnmobil
und Ladetechnik.
(Lesezeit ca. 3-4 Minuten)
Bei einer LiFePO4 oder LFP genannt handelt es sich um eine (Li) Lithium - (Fe) Eisen - (PO4) Phosphat - Batterie.
Die Größe einer LiFePO4-Batterie wird im Allgemeinen durch die Amperestunden (Ah) angegeben.
Der Einfachheit halber nehmen hier mal eine gängige 100 Ah LiFePO4 Batterie.
Bei LiFePO4-Batterien können ca. 100 % genutzt werden.
Dies bedeutet, es stehen ca. 100 Ah mit voller Leistung zur Verfügung.
Wie weit kommt man nun aber damit ?
Diese Frage kann man natürlich nicht pauschal beantworten, da dies vom individuellen Verbrauch abhängt und dieser bei jedem anders ist.
Als Anhaltspunkt liste ich hier mal eine durchschnittliche Konfiguration für den gelegentlichen Gebrauch im Sommer auf.
Eigenverbrauch des Wohnmobils:
(Gasmelder, Standby Laderegler, Marderschreck...)
0,5 A x 24 h = 12 Ah
Wasserpumpe (50 W):
(WC-Spülung, Wasserhahn, Dusche...)
3,0 A x 10 Min. = 0,5 AH
Lüfter (10 W)
(Deckenlüfter im Sommer)
0,8 A x 12 h = 9,6 Ah
Smartphone aufladen (10 W)
(2 Handys)
0,8 A x 6 h x 2 Handys = 10 Ah
Licht (4 W)
(LED-Beleuchtung)
0,33 A x 3 h = 1 Ah
TV
(inkl. z.B. Fire-TV-Stick)
2,0 A x 2,5 h = 5 Ah
Wasserkocher (1000 W)
(220 V am Wechselrichter)
78 A x 12 Min. = 15 Ah
Kühlbox oder Kühlschrank (50 W)
(Kompressortechnik)
4,0 A x 10 h = 40 Ah
Ergebnis:
93,1 Ah
Somit kann man im Groben davon ausgehen, dass bei dieser Konstellation die 100 Ah - Batterie für einen Tag mit kompletter Autarkie ausreicht und noch eine kleine Reserve bleibt.
Deinen individuellen Verbrauch kannst Du in unserem AUTARKIE-RECHNER ermitteln.
Die passenden Batterien findest Du HIER.
Wie kann ich nun die Autarkiezeit erhöhen ?
1. Landstrom
Mit dem Laden der Batterie über Landstrom, also mit der normalen 220 V- Versorgung am Stellplatz lädt man die Batterie mit einem passenden Ladegerät, welches für LiFePO4-Batterien ausgelegt ist, mehr oder weniger schnell wieder auf.
Die Ladeleistung des Ladegerätes wird in Ampere angegeben. Es gibt je nach Einsatzzweck verschiedene Stärken.
Diese reichen von einigen wenigen einstelligen Ampere bis hin zu Stärken von 150 A.
Welches Ladegerät passend ist, entscheiden die Daten der Batterie, die Versorgung vor Ort, die vorhandene Ladezeit und natürlich auch immer der Preis.
Nehmen wir zur Veranschaulichung hier mal ein durchschnittliches Ladegerät mit 30 A.
Bei einer Ladeleistung von 30 A werden in einer Stunde 30 Ah geladen. Dies bedeutet, dass die verbrauchten 93 Ah in etwas mehr als drei Stunden wieder in der Batterie sind. Steht man länger unterwegs, verlängert sich natürlich das Laden durch den stündlichen Durchschnittsverbrauch von von ca. 3,8 Ah.
Wenn man von geschätzten 100 Ah Ladeleistung ausgeht, werden mit einem Ladegerät ca. 1,3 kWh Landstrom verbraucht. Somit sollten die Kosten für eine Volladung im Allgemeinen unter einem Euro liegen.
Landstromladegeräte findest Du HIER.
2. Solarertrag
Auch mit dem Laden der Batterie über feste oder mobile Solarpaneele lädt man die Batterie mit einem passenden Ladegerät, welches für LiFePO4-Batterien ausgelegt ist, mehr oder weniger schnell wieder auf.
Hier sind mehrere Werte entscheidend, u.a. die Leistung der Solarmodule, die Leistung des Ladegerätes, die Dauer der Sonneneinstrahlung und der optimale Winkel der Einstrahlung.
Auch hier nehmen wir zur Veranschaulichung mal ein gängiges Solarmodul mit 100 Wp.
Die Kürzel Wp stehen für Watt-Peak. Dies ist die Spitzenleistung. Das heißt, im optimalsten Einfallswinkel der Sonne liefert dieses Modul bei perfekten Temperaturen (unter 25 Grad Celsius) eine Leistung von 100 Watt.
Höhere Temperaturen mindern den Ertrag.
Im Hochsommer steht die Sonne für ca. 4-5 Stunden im optimalsten Winkel. Ohne Verschattung können somit pro Tag ca. 400-500 Wh eingespeist werden.
Wenn man nun mit der Formel: Wh / 12 V = Ah umrechnet, ergibt sich dabei ein Ertrag von ca. 30-40 Ah pro Tag für dieses Solarmodul.
Somit bräuchte man für den oben angenommenen Verbrauch von ca. 93 Ah demzufolge drei Solarmodule mit 100 Wp bzw. Module mit einer Gesamtleistung von 300 Wp um autark zu sein.
Solarmodule findest Du HIER und Solarladegeräte HIER.
3. B2B-Ladegeräte
B2B steht für Battery-to-Battery und bedeutet, dass dieses Ladegerät ein Bindeglied zwischen der Starter- und der Bordbatterie ist und überschüssigen Strom aus der Lichtmaschine in die Bordbatterie leitet und diese lädt.
Auch mit dem Laden der Batterie (während der Fahrt) über B2B-Ladegeräte, welche für LiFePO4-Batterien ausgelegt sind, werden die Batterien mehr oder weniger schnell wieder aufgeladen.
Wir nehmen auch hier mal ein Gerät mit einer Ladeleistung von 30 A.
Bei einer Ladeleistung von 30 A werden in einer Stunde 30 Ah geladen. Dies bedeutet, dass die verbrauchten 93 Ah in etwas mehr als drei Stunden Fahrtzeit wieder in der Batterie sind.
Ein Gerät mit einer Leistung von 60 A schafft dies dann in der halben Zeit. Voraussetzung ist natürlich die passende Leistung der Lichtmaschine und die Ladeleistung der Batterie.
B2B-Ladegeräte findest Du HIER.
Wir führen auch Ladegeräte, die zwei oder alle drei Funktionen in EINEM Gerät vereinen. Diese Geräte stellen eine perfekte Abstimmung untereinander dar und verringern die Verkabelungen auf ein Minimum !
Die Kombiladegeräte findest Du HIER.
Solltest Du Fragen haben oder eine Beratung wünschen, erreichst Du uns über unsere verschiedenen Verbindungen.
Diese findest Du HIER.
Fragen kostet Nichts !